10.10.2026: Verleihung des Arnold-Freymuth-Preises 2026 an Anne Brorhilker

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Am 11. Oktober 2026 nahm ich auf Einladung von Walter Brinkmann an der Verleihung des Arnold-Freymuth-Preises im Gustav-Lübcke-Museum in Hamm teil. Walter Brinkmann, Sprecher des Aktionsbündnisses Klinikum Lippe, war aufgrund seines beharrlichen Engagements für die Aufklärung der Vorgänge am Klinikum Lippe als Ehrengast eingeladen worden.

Ausgezeichnet wurde die ehemalige Oberstaatsanwältin Anne Brorhilker für ihre herausragenden Verdienste bei der Aufklärung des Cum-Ex-Steuerskandals.

Die Laudatio von Prof. Dr. Simon Kempny (Universität Bielefeld) und die Festrede von Prof. Dr. Eckart Seith beeindruckten mich durch ihre ungewöhnlich deutliche gesellschaftspolitische Kritik.

Im Mittelpunkt stand die Frage, warum Wirtschafts- und Steuerkriminalität häufig nur unter erheblichen Schwierigkeiten verfolgt wird, während kleinere Delikte konsequent geahndet werden. Kritisiert wurden auch die zunehmende Vermögensungleichheit sowie die steuerliche Begünstigung bestimmter Kapitalerträge und Vermögenszuwächse gegenüber Arbeitseinkommen.

Besonders eindrucksvoll war die gemeinsame Botschaft der Redner: Eine unabhängige und funktionierende Justiz sowie die Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz sind unverzichtbare Grundlagen unserer Demokratie. Wenn in der Bevölkerung der Eindruck entsteht, dass wirtschaftliche Macht und gesellschaftlicher Einfluss über die Durchsetzung des Rechts entscheiden, gefährdet dies langfristig das Vertrauen in unsere demokratischen Institutionen.

Für mich war diese hochkarätig besetzte Veranstaltung ein eindrucksvolles Erlebnis. Sie hat erneut gezeigt, dass das beharrliche Eintreten für Transparenz, Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit kein Angriff auf staatliche Institutionen ist, sondern ein wesentlicher Beitrag zur Bewahrung unserer Demokratie.