Neuer Fachkommentar zu Transfusionen bei extrem unreifen Frühgeborenen erschienen
Im Februar 2026 ist in Neonatologie Scan ein neuer Fachkommentar von mir zur Erythrozytentransfusion bei sehr unreifen Frühgeborenen erschienen. Anlass ist die kürzlich publizierte multizentrische, randomisierte BORN-Studie aus Italien, in der Transfusionen aus Nabelschnurblut mit konventionellen Erythrozytenkonzentraten verglichen wurden.
Die Studie greift ein Thema auf, das mich seit vielen Jahren beschäftigt: die Frage, ob die Qualität des transfundierten Blutes – insbesondere der Anteil fetalen Hämoglobins (HbF) – für das Outcome extrem unreifer Frühgeborener von klinischer Bedeutung ist. Während Transfusionsstrategien bisher vor allem unter dem Aspekt von Hb-Grenzwerten und Transfusionshäufigkeit diskutiert wurden, rückt zunehmend auch die physiologische Passung des Blutprodukts zum Entwicklungszustand des Frühgeborenen in den Fokus.
In meinem Kommentar ordne ich die Ergebnisse der BORN-Studie in diesen größeren Zusammenhang ein. Neben der biologischen Plausibilität eines HbF-erhaltenden Transfusionsansatzes wird deutlich, dass vor allem strukturelle und organisatorische Fragen – etwa die Verfügbarkeit geeigneter Blutprodukte und die Zusammenarbeit zwischen Neonatologie und Transfusionsmedizin – über die zukünftige Entwicklung dieses Konzepts entscheiden werden.
Aus meiner Sicht unterstreichen die aktuellen Daten die Notwendigkeit größerer klinischer Studien, die klären sollen, ob entwicklungsadaptierte Transfusionsstrategien langfristig dazu beitragen können, schwere Komplikationen extrem unreifer Frühgeborener zu reduzieren. Die Diskussion über eine solche Studienperspektive hat damit eine neue Grundlage erhalten.
Der vollständige Artikel ist hier abrufbar: https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-2749-4052
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